Direkt zum Hauptbereich

Posts

Das Neue Narrativ & angebliche Ungereimtheiten in Folge Genschers Tutzing-Rede

  Das Neue Narrativ & angebliche Ungereimtheiten in Folge Genscher Tutzing-Rede Zu den nachträglich im Neuen Narrativ ebenfalls immer wieder unterstellten 'Ungereimtheiten' gehört u.a. die Mär, Genscher habe in der Tutzinger Rede am 31.1.90 nicht nur die Nicht-Ausdehnung der NATO auf DDR-Territorium 'versprochen', sondern damit auch die sicherheitspolitische Nicht-Integration des DDR-Gebietes unter den Schutzschirm der NATO entsprechend dem Beistandsartikel 5 der NATO-Konvention von 1949. Das habe Genscher später etwa in seinen Erinnerungen (1995) fälschlicherweise geleugnet und/oder der Nationale Sicherheitsrat der US-Administration bzw. zwei Mitglieder des Sicherheitsrates bei genauer Prüfung der 'Tutzinger Formel' erkannt, die Genscher bei seinem Besuch am 2. Februar 1990 in Washington US-Außenminister Baker zumindest in groben Zügen vermittelt habe, nach Genscher Abreise. Und entsprechend reagiert, u.a. mit einem korrigierenden Brief von Präsident Bu...
Letzte Posts

Genschers Tutzinger Formel 31.1.90 und die sowjetische Rezeption/Reaktion

  Genschers Tutzinger Formel 31.1.90 und die sowjetische Rezeption/Reaktion Dass die angebliche Zusage einer Nicht-Ausdehnung der (militärischen) NATO auf DDR-Gebiet, immer verbunden mit der NATO-Mitgliedschaft eines Gesamtdeutschland, in keinem Fall von der sowjetischen Seite als Zusage verbindliche, gemeinsame Erklärung usw. aufgenommen, anerkannt, auch nicht als akzeptabler Vorschlag, akzeptable Idee anerkannt wurde, demonstriert beispielweise Valentin Falin im Interview mit dem SPIEGEL vom 18. Februar 1990 mit Aussagen u.a.: SPIEGEL : Ist sie auch unvereinbar mit der von Herrn Genscher entwickelten These, das halbe Deutschland solle in der NATO bleiben? Falin : Wären diese Varianten akzeptabel, die Herr Genscher und Herr Bush formulierten, könnten wir uns vice versa die Entwicklung auch so vorstellen: Ein ganzes Deutschland oder die eine Hälfte ist ein Teil des sowjetischen Sicherheitssystems. Das wäre auch ein Versuch,, Deutschland zu binden und es daran zu hindern, ...

Das verkürzende, entstellende Narrativ bei Historikerin Sarotte

    Das verkürzende, entstellende Narrativ bei Historikerin Sarotte zu Baker am 9.2.90 Zitat von andreassolar:  ↑ Sarotte,  Führungsduo? , in:  Geiger u.a . (Hrsg.),  Zwei plus Vier. Die internationale Gründungsgeschichte der Berliner Republik  (2021), S. 47-63, hier S. 60 f. Die tendenziell etwas romanhaften Ausgestaltungen verbinden sich bei Sarotte a.a.O. mit dem etwas zu starken Narrativ aus der Rückschau von der angeblich verpassten Chance Gorbatschows, die Nichtausdehnung der NATO - auf DDR-Gebiet oder sonst wo - im 'Vier-Augen-Gespräch' mit Kohl am 10. Februar 1990 in Moskau festzuklopfen.   Ihre auf das neue Narrativ fixierte 'wissenschaftliche' Arbeitsweise, noch ein erhellendes Beispiel aus dem angegebenen Artikel S. 57f., wird durch entstellende Verkürzungen, entstellende Auslassungen und Herstellung falscher Zusammenhänge demonstriert. So notiert Sarotte S. 57, Gorbi habe auf jene von Baker vorgestellten zwei Modelle ein...

Die sowjetische Führung ab Februar 1990 zur NATO-Präsenz BRD-Gebiet

  Die sowjetische Führung ab Februar 1990 zur NATO-Präsenz BRD-Gebiet Schewardnadse postuliert beispielsweise im Gespräch mit Genscher am 11. Juni 1990 in Brest die zwei sowjetischen Hauptvorstellungen hinsichtlich des Mitgliedschaft e. geeinten Deutschland in Militärbündnissen: Vereinigung Deutschlands wird begleitet vom Austritt aus NATO & WP, zumindest aus deren militärischer Organisation geeintes Deutschland bleibt Mitglied in beiden Militärbündnissen, die zugleich möglichst eine Auflösung oder tiefe Transformation anstreben Ab dem Baker-Gespräch mit Gorbi am 9.2.90 wird erstmalig erkennbar, dass die sowjetische Führung eine weitere NATO-Präsenz auf BRD-Gebiet im geeinten Deutschland akzeptieren könnte - stets, wie sich in den folgenden Tagen und Wochen zeigt, mit der Vorstellung einer symmetrischen weiteren Präsenz von WP- bzw. sowjetischen Truppen auf DDR-Gebiet gekoppelt, für eine Übergangszeit, derweil Truppenabbau u. Abrüstung vorangetrieben werden, bis zur Auflö...

Anschlussfehler im Neuen Narrativ zu Bakers vermeintlicher Zusage

Anschlussfehler im Neuen Narrativ zu Bakers vermeintlicher Zusage Ein ganz typischer, neuer Anschlussfehler, der es dennoch in den aktuellen, wissenschaftlichen Mainstream geschafft hat, findet sich in der neuen 'wissenschaftlichen' Interpretation einiger HistorikerInnen der folgende Gesprächssituation von US-Außenminister Baker und Gorbatschow am 9.2.90: Baker : Ich möchte Ihnen eine Frage stellen, auf die Sie jetzt nicht unbedingt eine Antwort geben müssen. Vorausgesetzt, die Vereinigung findet statt, was ist für Sie vorzuziehen: Ein vereinigtes Deutschland außerhalb der NATO, vollkommen selbstständig und ohne amerikanische Streitkräfte oder ein vereinigtes Deutschland, das seine Verbindungen zur NATO aufrechterhält, aber unter der Garantie, dass die Jurisdiktion oder die Streitkräfte der NATO sich nicht über die derzeitige Linie nach Osten ausbreiten? M. S. Gorbacˇev: Wir werden dies alles durchdenken. Wir beabsichtigen, alle diese Fragen auf der Führungsebene gründli...

Die angeblichen Zusagen von Kohl im Gespräch mit Gorbi am 10.2.90

  Die angeblichen Zusagen zur NATO-Nichtausweitung von Bundeskanzler Kohl im Gespräch mit Gorbatschow am 10.2.90 Aus dem Gespräch Kohl-Gorbatschow am 10. Februar 1990 in Moskau am Spätnachmittag. Q:  Dokumente zur Deutschlandpolitik. Deutsche Einheit. Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/1990  (1998). Nr. 174 Kohl S. 798 f.: [...]  Mit Nachdruck stellte der Bundeskanzler fest, daß eine Neutralisierung mit der Bundesregierung nicht durchsetzbar sei.  […]  Natürlich könne die NATO ihr Gebiet nicht auf das heutige Gebiet der DDR ausdehnen.   Erforderlich seien jedoch Regelungen, um ein Einvernehmen zu finden. [...] ​ Kohl lehnt eine Neutralisierung explizit ab, ein geeintes Deutschland bleibt in der NATO und offeriert dafür einen 'Sonderstatus' für die DDR, als Ausgangspunkt für Verhandlungen, Übereinkünfte. Worauf Gorbatschow nicht einging. Kohl S. 800: Ein neuer Vertrag werde dann nicht erforderlich sein. Der neu gebildete...

Die Historikerin Sarotte und der Kohl-Besuch am 10. Februar 1990

Die Historikerin Marie Elise Sarotte über den Kohl-Besuch am 10.2.90 in Moskau Für EinsteigerInnen, die einen ersten Überblick suchen, mögen die diversen Schriften von Mary Elise Sarotte hilfreich sein. Sonst m.E. wohl eher nicht aufgrund gehäufter handwerklicher und methodischer Schwächen.  Ein typisches Beispiel scheint mir ihre Schilderung der Episode des Bundeskanzler-Besuches am 10. Februar 1990 in Moskau zu sein. Sarotte ,  Führungsduo ?, in:  Geiger  u.a. (Hrsg.),  Zwei plus Vier. Die internationale Gründungsgeschichte der Berliner Republik  (2021), S. 47-63, hier S. 60 f. Ein einem ‚Vier-Augen-Gespräch‘ Kohl-Gorbatschow am Spätnachmittag des 10.2. gab es u.a. folgenden Wortwechsel: M. S. Gorbacˇev:  Wahrscheinlich kann man sagen, dass zwischen der Sowjetunion, der BRD und der DDR keine Meinungsverschiedenheiten in der Frage der Einheit der deutschen Nation bestehen und dass die Deutschen diese Frage selbst entscheiden. Kurzum, im wichtigst...